Darius Guder legt Traineramt zum Saisonende nieder

Nach zehn Jahren als Trainer der Zwoten ist für den 31-Jährigen nach der Saison Schluss
Artikel vom 3. April 2026
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Es war zum Ende der Saison 2014/2015 als der damalige FC Ambergau / Volkersheim beschloss, seine zweite Herren mangels Spieler und Trainer vom Spielbetrieb zurückzuziehen. In diesem Sommer kam der damals 21-jährige Darius Guder vom MTV Almstedt zu den Volkis. Während einer sehr erfolgreichen Saison unter dem Trainergespann Silvio Uteg und Kevin Köhler beschloss er gleichzeitig im kommenden Jahr eine neue II. Herren zu gründen. "Ein Verein wie Ambergau benötigt unbedingt eine weitere Herrenmannschaft, so kann das nicht weitergehen", waren seine Worte zu dieser Zeit.
Viele Freunde und Bekannte hörten auf den Lockruf des neuen Trainers und mit der Saison 2016/2017 ging bei den Volkis wieder eine II. Herren an den Start - wohlgemerkt nicht mit einem Spielertrainer Darius Guder, sondern nur mit einem Trainer Darius Guder, der Spieler kickte gleichzeitig bis heute in der I. Herren weiter. Die Ironie an der Geschichte ist, dass das erste Spiel nach der Neugründung "FC Ambergau / Volkersheim II vs. SV Bockenem 2007" hieß, welches die Volkis am Ende zwar mit 5:1 gewinnen konnten - Darius Guder nun allerdings beide Mannschaften in seiner letzten Saison unter dem SV Ambergau Bockenem trainiert.
Jetzt, nach im Sommer zehn Saisons an der Seitenlinie, ist für ihn Schluss. "Natürlich ist mir die Entscheidung nach so vielen tollen und intensiven Jahren nicht leicht gefallen. Allerdings halte ich den Zeitpunkt nun für richtig - für mich, aber auch für die Mannschaft. Ich werde weiterhin selbst aktiv Fußball in der I. Herren spielen, die Doppelbelastung als Spieler und Trainer ist mir allerdings nun zu viel. Außerdem bin ich überzeugt, dass ein neuer Trainer der Mannschaft frische Impulse geben wird, da die Entwicklung der Mannschaft noch nicht vorbei ist", so Darius Guder zu seinem Ausscheiden.
In diesen zehn Jahren ist viel passiert - Durchmarsch von der 4. in die 2. Kreisklasse, wo man zwei Saisons verweilte, ehe man seit der Saison 2020 / 2021 durchgängig in der 1. Kreisklasse spielt. Waren es zu Beginn noch die Probleme, elf Spieler für das Spiel am Sonntagmittag um 13:00 Uhr bei Frankenfeld II zu motivieren, kam nach einem erfolgreichen Start in die erste Saison in der 1. Kreisklasse eine nächste Coronapause dazwischen. Im Sommer 2022 und 2023 rettete sich die Mannschaft erst am letzten Spieltag - jeweils immer unter großer Mithilfe des ganzen Vereins. So reiste man unter anderem nach Warzen mit einem vollen Reisebus an, um die Zwote beim Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen... und doch war eine Rolle immer mittendrin: die des Trainers. Er organisierte Spieler, die schon längst ihre Karrieren beendet hatten und verhalf so dazu, dass sich alle Beteiligten noch heute an Spiele wie gegen Warzen oder aber auch das Derby in Bockenem erinnern, welches man in den Schlussminuten noch drehte und so wichtige Zähler für den Klassenerhalt ergatterte.
Als man dann ein Jahr später - wie sich im Nachhinein herausstellte unrechtmäßig - den Punktgewinn gegen den SSV Elze wieder abgeben musste und so am letzten Spieltag der Saison 2022/2023 dann doch kurz vor dem Abstieg in die 2. Kreisklasse stand, motivierte er seine Truppe erneut und brachte sie so zum Heimsieg gegen den TSV Gronau und dem damit verbundenen Klassenerhalt. "Neben den drei Aufstiegen war vor allem auch der Nichtabstieg am letzten Spieltag in der Saison 2022/2023 eines der schönsten Momente für mich als Trainer!", bestätigt Darius Guder die Erlebnisse aus diesen Jahren.
Zwei Jahre später stand dann der erste Schritt zur geplanten Fusion der beiden Vereine FC Ambergau / Volkersheim und SV Bockenem 2007 an: eine Spielgemeinschaft zwischen beiden Mannschaften in der 1. Kreisklasse. Darius Guder hat auch diese Aufgabe gemeistert, indem er die vielen Spieler zu einer Einheit formte und das Team am Ende eine überragende Saison spielte. Gleichzeitig hat er eine wichtige Grundlage für die nun vollzogene Fusion geschaffen, weil Zuschauer und Spieler beider Vereine gemerkt haben, wie erfolgreich eine Zusammenarbeit sein kann.
Nun, knapp ein Jahr später, gab es im letzten Sommer erneut eine Baustelle zu meistern. Durch die Auflösung der III. Herren standen im Training der Saisonvorbereitung teilweise über 22 Spieler gleichzeitig auf dem Feld - und doch wurde auch dieses Problem gemeistert. Es soll zur neuen Saison erneut eine dritte Herrenmannschaft an den Start gehen und auch die Zwote ist auf einem guten Weg erneut den Klassenerhalt in der 1. Kreisklasse zu meistern - nun allerdings in der letzten Saison mit dem Trainer Darius Guder an der Seitenlinie, der "auch weiterhin bei den Spielen im kommenden Jahr die Daumen drücken wird - nur eben aus einer anderen Perspektive!"
"Ich werde die Zeit für immer in Erinnerung behalten, natürlich gab es auch schlechte Momente, allerdings überwiegen nach diesen zehn Jahren die positiven Eindrücke. Nach so einer langen Zeit ist das nicht selbstverständlich. Wir hatten immer eine andere Gruppe beisammen und doch war diese Zeit jederzeit von Erfolg gekrönt. Besonders hervorheben möchte ich auch gerne nochmal meine Co-Trainer und Betreuer, die mich in dieser Zeit unfassbar unterstützt und gleichzeitig eine überragende Arbeit gemacht haben. Ohne die wäre das Ganze so nicht im Ansatz möglich gewesen!"
Der gesamte Vorstand des SV Ambergau Bockenem reiht sich in diese Lobeshymnen und Danksagungen ein:
"Lieber Darius, auch wir möchten uns bei dir für diese lange und erfolgreiche Zeit als Trainer der Zwoten bedanken! Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, dass man so intensiv seine Freizeit für das Ehrenamt einbringt und dazu seine Vorstellungen so erfolgreich umsetzt! Du hast vor zehn Jahren die Zwote wieder ins Leben gerufen - aus dieser Mannschaft gingen nicht nur einige Spieler der I. Herren hervor, sondern war auch Grundlage für die gemeinsame Fusion der beiden größten Vereine im ganzen Ambergau. Das verdient riesigen Respekt und wir gönnen dir nun den vollen Fokus auf den aktiven Herrenfußball, den du in den letzten zehn Jahren immer nur nebenbei ausüben konntest! Gleichzeitig sind wir glücklich darüber, was du erschaffen und aufgebaut hast und werden dich vorerst mit neuen Aufgaben in Ruhe lassen"
